Sexualisierte Gewalt tritt überall in der Gesellschaft auf. So auch im BdP. Wir nehmen das Thema sehr ernst und wollen nicht erst eingreifen, wenn es schon zu spät ist.

Überall dort, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammenkommen, können Räume für sexualisierte Gewalt entstehen. Das intensive Zusammenleben auf unseren Fahrten (mehrtägige Wanderungen mit Übernachtungen) und Zeltlagern basiert auf Nähe und Vertrauen; in diesem Rahmen lernen wir, die Grenzen anderer zu erkennen und zu respektieren. Als Pfadfinder*innen wollen wir unsere Mitglieder dabei unterstützen, ihre Persönlichkeit frei von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch zu entfalten.

Im Jahr 2001 hat der BdP mit Gründung des Arbeitskreises intakt damit begonnen, die Grundlagen für ein umfassendes Präventionskonzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt zu schaffen. 2020 wurde dann ein erstes auf den drei Säulen Prävention, Intervention und Aufarbeitung basierendes Schutzkonzept verschriftlicht. Als Ergebnis aus Handlungsempfehlungen unserer Aufarbeitungsstudie wurde das Schutzkonzept umfassend überarbeitet.

Das Schutzkonzept des BdP legt seinen Fokus weiterhin auf die Prävention und den Umgang mit sexualisierter Gewalt wirkt aber im Kern als Konzept, dessen Umsetzung auch andere Formen der Gewalt und Grenzverletzungen entgegenwirkt.

Diese wesentlichen Ziele verfolgen wir mit unserem Schutzkonzept:

  • Entwicklung einer gemeinsamen Haltung der Achtsamkeit innerhalb unserer Stämme, Landesverbände und im gesamten Bund.
  • Kinder und Jugendliche erleben bei uns einen sicheren Raum, in dem sie sich entfalten können – und Eltern haben dabei ein gutes Gefühl.
  • Alle Mitglieder und Aktiven sowie die hauptamtlich Beschäftigten kennen das Schutzkonzept des BdP und setzen es im pfadfinderischen Alltag bewusst um.
  • Gruppenleitungen und Verantwortliche sind sensibilisiert und in den für sie relevanten Schritten der Prävention sowie der Intervention im Krisenfall geschult.
  • Stammesführungen, Landesleitungen und der Bundesvorstand tragen das Schutzkonzept aktiv mit und sorgen für dessen Umsetzung auf allen Ebenen des Verbandes

Arbeitskreis „intakt“ für Sicheres Pfadfinden

In der täglichen Arbeit, auf Fahrten und Lagern fällt uns immer wieder auf, dass die Mitglieder unseres Arbeitskreises “intakt” oft auch angesprochen werden, wenn Mitglieder andere Probleme haben. Wenn Konflikte im Stamm herrschen, ein Wölfling gemobbt wird oder jemand eine psychische Krise hat. 

Um den BdP zu einem sichereren Ort zu machen, besteht intakt als Arbeitskreis für Sicheres Pfadfinden aus drei Bereichen, mit jeweils geschulten Kontaktpersonen auf Bundesebene:

Prävention sexualisierter Gewalt: Hier geht es darum unsere Mitglieder für das Thema zu sensibilisieren und Menschen auszubilden bei Grenzverletzungen einschreiten und an die richtigen Stellen weiterleiten zu können.

Psychische Gesundheit: Hier geht es darum über psychische Erkrankungen ins Gespräch zu kommen, aufzuklären, Selbstfürsorge zu fördern und Stressreduktion zu unterstützen. Außerdem unterstützen wir bei Fragen zu psychischen Notsituationen und bilden zu Ersthelfer*in bei psychischen Krisen aus (MHFA – Mental Health First Aid).

Macht & Machtmissbrauch: Hier geht es darum Machtmissbrauch, Mobbing und Machtstrukturen zu hinterfragen und bei Konfliktlösungen zu unterstützen.

Hilfe findest du auch hier:

Du kannst dich jederzeit an den AK intakt wenden oder direkt an intakt@pfadfinden.de schreiben. Weitere Anlaufstellen findest du z.B. unter www.hilfeportal-missbrauch.de, Tel.: 0800-22 55 530 oder auf www.nina-info.de.


Broschüre

Das ist unsere Broschüre zur Präventionsarbeit im BdP mit Informationen zu sexualisierter Gewalt: DOWNLOAD


Poster

Was tun, wenn du dich unwohl fühlst?
So sagst du STOP! : DOWNLOAD

Weitere Informationen …

Bitte schau dir hierfür die ausführliche Dokumentation auf der Bundeshomepage an unter www.pfadfinden.de/kinderschutz

Prävention

Kinder und Jugendliche sollen bei uns ihr Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit kennenlernen. Sie sollen Grenzen von Nähe kennen und für sich einfordern können. MEHR DAZU

Intervention

Kinder und Jugendliche sollen bei uns lernen, aufeinander zu achten. Sie müssen wissen, was zu tun ist und an wen sie sich wenden können, wenn ihnen etwas nicht in Ordnung erscheint. MEHR DAZU

Aufarbeitung

Zurückliegende Fälle haben wir professionell durch ein wissenschaftliches Institut aufarbeiten lassen. Die Handlungsempfehlungen aus dieser Studie setzen wir nun im Verband um. MEHR DAZU

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